Johannes Gervé, Maike Gräf, Volker März, Anja Michaela Kretz, Jürgen Paas, Maria und Natalia Petschatnikov, François R. du Plessis, Thomas Putze, Yves Rasch, Babak Saed, Willi Siber, Sibylle Waldhausen, Detlef Waschkau – LOVE LOVE LOVE
02.02. – 23.03.2024
Zurück zur ÜbersichtIn der Kunst wie im Leben geht es um die Liebe. Nicht immer, aber fast. Sie ist ein menschliches Grundbedürfnis und hat doch in jeder Epoche ein anderes Gesicht. Liebe als Machtinstrument in der Antike, Liebe als Mittel zur Rettung der Welt im Christentum, Liebe als Flucht vor den Zumutungen des Lebens in der Romantik oder Liebe als liberales Alles-ist-erlaubt – mit der Welt änderten sich auch immer die Vorstellungen von der Liebe. Aber die die Sehnsucht nach ihr bleibt immer gleich. Das macht sie so interessant für die Kunst, die das schönste aller Gefühle immer wieder anders thematisiert.
Wie wird die Liebe in der zeitgenössischen Kunst dargestellt? Welche Spielarten der Liebe sind besonders interessant? Und gibt es etwas, das sie alle in sich vereint? Die Stern-Wywiol Galerie stellt dazu in der Ausstellung LOVE LOVE LOVE dreizehn Künstlerinnen und Künstler aus ihrem Portfolio vor. In Skulptur, Objekt, Malerei und Performance geben sie höchst subjektive Antworten auf subjektive Fragen.
Johannes Gervé
Wenn eine Farbe für die Liebe steht, dann ist es Rot. Rot ist eine körperliche Farbe, da auch unser Blut rot ist. Sie steht auch für Sexualität. Sie lässt unser Herz schneller schlagen, ist kraftvoll uns aggressiv. Im Eintauchen in die rote Farbwolke der Red Stripes von Johannes Gervé könne wir die physische Präsenz der Farbe erleben.
Maike Gräf
Maike Gräfs Venus 2021, die eine Auseinandersetzung mit der Venus von Botticelli darstellt, ist vom begehrten Objekt zum selbstbestimmten Subjekt geworden, die ihr Gegenüber offen und positiv anblickt. Auch die von der Venus von Willendorf inspirierte Heißzeit ist nicht mehr nur bloßes Fruchtbarkeitssymbol, sondern bestimmt selbst über ihre Fruchtbarkeit – ihre Tutti frutti Brüste sind abschraubbar.
Volker März
Seine neueste Werkserie Kussmuss entstand in der Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Pandemie, die körperliches Berühren verhindert, erschwert und unbeholfener gemacht hat, obgleich wir die körperliche Nähe eines geliebten Menschen herbeisehnen. Der Kuss muss sozusagen passieren, wir können nicht ohne. Die sich Küssenden stehen also für eine Sehnsucht, einen Trieb und das gesellschaftliche Entfernen davon. Sie sind Ausdruck unserer Fähigkeiten zu lieben. Und damit auch Hoffnungsträger.
Anja Michaela Kretz
Die Künstlerin arbeitet mit unterschiedlichsten Materialien und in einer Vielzahl von Techniken. Anja Michaela hat einen instinktiven und sicheren Zugriff auf ihre Themen und das verwendete Material. Ihre Werke vereinen Poesie und Präzision, abstrakte Idee und perfektionistische Technik. Sie geben der Handwerklichkeit ihren Stellenwert in der zeitgenössischen Kunst zurück und sind damit ebenso aktuell wie zeitlos.
Die beiden Dearest sind nebeneinandergestellt, wie Partner in einer Beziehung. Sie bestehen aus vielen Schichten, die als eine Ansammlung von gemeinsamen Erinnerungen gelesen werden können. Sie fallen nicht immer gleich aus und nicht alle sind zugänglich, aber sie machen die Beziehung aus.
Jürgen Paas
Jürgen Paas arbeitet in einer Doppelrolle als Maler und Bildhauer.
Sein Popplanet erzählt von der Liebe zu Farben und Formen, die der Künstler scheinbar streng geometrisch aufeinanderschichtet. Die ordnende Strenge wird durch die kontrastreichen Farben und das Abweichen von der Symmetrie aber lustvoll durchkreuzt. Ein Spiel von Balance und Chaos.
Maria und Natalia Petschatnikov
Die barocken Garten-Vasen der konzeptionellen Künstlerinnen scheinen sich zu bewegen, belebt zu sein. Als ob sie miteinander kommunizieren. Ihr trompe l’œil Material Porzellan steht einerseits für etwas sehr Kostbares, aber auch etwas sehr Zerbrechliches, Fragiles. Wie die Liebe selbst. Die Liebhaberei zu Dingen und damit die nostalgische Liebe wird ebenso thematisiert.
François du Plessis
Handarbeit und abstrakte künstlerische Idee gehen eine selbstverständliche Synthese ein und sind auch damit ganz auf der Höhe des aktuellen Kunstdiskurses.
François du Plessis wählt immer den Titel eines verarbeiteten Buches als Werktitel aus. Atlas of the Heart könnte ein Liebesroman sein, der im Werk eingebunden ist. Der Künstler gibt der uralten Technik des Speicherns und Weitergebens von Wissen eine konkrete Form. Auch im Internetzeitalter sind Bücher ein Abbild unserer kulturellen Identität.
Thomas Putze
Thomas Putze nimmt sich der schmerzvollen Seiten der Liebe an, die wie ein Dolch treffen kann (z.B. Getroffen). Gefangensein und Abhängigkeit sind ebenso Teil der Liebe wie Leichtigkeit und Symbiose. Ebenso gegensätzlich ist der Stil des Künstlers. Hier mischen sich barocke Bewegtheit mit rauh bearbeiteten Holzoberflächen, Expressivität mit minimalistischer Konzentration.
Yves Rasch
Zwischen Form und Material sowie zwischen Anschauung und eigenem Körperempfinden schaffen die Skulpturen eine glückliche Resonanz, die den Betrachter emotional berührt. Die beiden Sphären sprechen nicht nur zum Betrachter, sondern auch miteinander. Sie scheinen die Bewegung des anderen fortzuführen, wie in einer Beziehung, in der sich die Partner einander ergänzenden.
Babak Saed
Mit dem Werk ICHBISTDUDUBINICH fordert uns Babak Saed auf, über das ineinander Aufgehen und die Identifizierung mit dem Anderen und dem Ich zu reflektieren. Wie man sich selbst und durch den Anderen sieht ist nicht nur durch den Spiegel zum Thema gemacht.
Willi Siber
Stets lotet Willi Siber die Grenze zwischen Materialerfahrung und -möglichkeit aus. Er lässt geometrische Formen ins Anthropomorphe spielen, vergrößert Mikrostrukturen zu geometrischen Mustern, verbindet Nägel zu luftigen Farbwolken, lässt tonnenschwere Stahlarbeiten ätherisch schweben. Lustvoll demontiert Willi Siber künstlerische Ordnungsprinzipien und eingeübte Seh-Erfahrungen und erfindet sich dabei immer wieder neu.
In der Aufstellung stehen ein rotes und blaues Werk zusammen, wie Frau und Mann, sie glänzen und leuchten wie ein glückliches Paar.
Sibylle Waldhausen
Ihre Daphne erzählt die Geschichte der nicht erwiderten Liebe. Lieber ein Baum sein, als eine Beziehung zu Apollo einzugehen. Dabei konzentriert sich die Künstlerin auf den weiblichen Part, der nachstellende Apollo wird nicht gezeigt. So aus dem Kontext gerissen und ohne Kenntnis der antiken Sage, kann sie nun auch positiv als wachsend und in Veränderung begriffen gelesen werden.
Detlef Waschkau
Für die Ausstellung hat Detlef Waschkau eigens eine Reliefserie von drei Ansichten der berühmten New Yorker Skulptur LOVE von Robert Indiana gefertigt. Das Triptychon ist ein Blick auf die Liebe, wie sie in der Kunst thematisiert wird und verweist so auf das selbstreferenzielle Moment der Liebe.
In der Kunst wie im Leben geht es um die Liebe. Nicht immer, aber fast. Sie ist ein menschliches Grundbedürfnis und hat doch in jeder Epoche ein anderes Gesicht. Liebe als Machtinstrument in der Antike, Liebe als Mittel zur Rettung der Welt im Christentum, Liebe als Flucht vor den Zumutungen des Lebens in der Romantik oder Liebe als liberales Alles-ist-erlaubt – mit der Welt änderten sich auch immer die Vorstellungen von der Liebe. Aber die die Sehnsucht nach ihr bleibt immer gleich. Das macht sie so interessant für die Kunst, die das schönste aller Gefühle immer wieder anders thematisiert.
Wie wird die Liebe in der zeitgenössischen Kunst dargestellt? Welche Spielarten der Liebe sind besonders interessant? Und gibt es etwas, das sie alle in sich vereint? Die Stern-Wywiol Galerie stellt dazu in der Ausstellung LOVE LOVE LOVE dreizehn Künstlerinnen und Künstler aus ihrem Portfolio vor. In Skulptur, Objekt, Malerei und Performance geben sie höchst subjektive Antworten auf subjektive Fragen.
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